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MIT MENSCHEN IM GESPRÄCH

Was ist eigentlich mit Biogas?

Immer nur meckern bringt nicht nur nichts – es ist auch unfair. Denn es ist ja nicht so, dass Deutschland in Sachen erneuerbarer Energien nicht bereits einiges zuwege gebracht hätte. Bereits ein Viertel der Stromversorgung in Deutschland wird aus umweltfreundlichen Technologien gewonnen. Aber erstens – doch wieder Genörgel – nur 25 Prozent und zweitens nur Strom!
Wärmegewinnung wird laut Bundesumweltamt nach wie vor zu 84 Prozent aus fossilen Brennstoffen wie Erdgas oder Öl gewonnen, also nur ein Sechstel der Deutschen erwärmen sich und ihre Lieben erneuerbar. Eher gering ist hier der Anteil an Biogas.
Unsere dänischen Nachbarn haben bei Gas den weltweit höchsten Bio-Anteil von 30 Prozent. Dänemark hat 6 Millionen Einwohner.
In Deutschland liegt der Anteil bei sagenhaften 1 (!) Prozent, bei 80 Millionen Einwohnern. Dazu kommt, dass Biogas deutschlandweit größtenteils verstromt wird und somit für die nicht-elektrische Wärmegewinnung keine Rolle spielt.

Dabei gibt es durchaus auch hierzulande Betriebe, die mittels Bioabfällen, Getreidesilagen und Mais Methan produzieren könnten. Gerade vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächenländer eignen sich besonders für die Umwandlung biologischen Abfalls in Biogas.

Und so verwundert es nicht allzusehr, dass der Anteil von Biogas im echten Norden auch entsprechend höher ist. Bereits 2019 erzeugten rund 860 Biogasanlagen circa 13,4 Prozent der benötigten Wärme in Schleswig-Holstein. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landesverbands Erneuerbare Energien hervor. Mehr erneuerbare Wärme stellte kein anderer Energieträger zur Verfügung. Aber warum speisen unsere Fernwärme-Anlagen trotzdem noch fossiles Gas ein statt Biogas aus der Landwirtschaft?
Ein Grund liegt in der Vergangenheit, in der es zwar Förderungen auf der einen Seite, auf der anderen aber – oh Wunder – nahezu unerfüllbare Auflagen gab. Wie sah das aus? Wir fragen nach und bleiben dran.