Über mich

Als gebürtige Rheinländerin bestand die erste große Herausforderung für mich darin, nach Abi und Ausbildung bei der Rheinischen Post zwanzig Jahre in Bayern zu überleben. Dorthin hatte es mich auf journalistischen Pfaden verschlagen. Fernsehen, Radio und ganz viel Print boten täglich neue Herausforderungen. München war zwar cool, aber nach Heirat und Familiengründung für zwei Journalisten, die auch ganz gerne mal unterwegs waren nicht wirklich erschwinglich.

Neubeginn also im Münchner Hinterland Gestrandet im Erdinger Forst schlug der mentale Unterschied zwischen bayerischem Gemüt und rheinischer Frohnatur derart brachial durch, dass ich die derbe Lederhose endgültig an den Nagel hängte und mir und meiner Tochter die locker-hessische Klamotte in RheinMain überwarf. Dort wuchs das Kind auf und ich arbeitete wieder im Lokaljournalismus. Mitten in der wunderschönen Landschaft des Taunus zwischen dichten Wäldern und auf Streuobstwiesen grasenden Kühen ging der Blick rüber auf die ständig wachsende Skyline der spannenden Metropole Frankfurt. Gestärkt durch Äppelwoi und Handkäs drückte ich in der Stadt dann zwei Jahre noch mal abends die Schulbank und schloss als Heilpraktikerin für Psychotherapie ab. War eine tolle Zeit. Aber es fehlte noch was. Die meisten Urlaube verbrachten wir an den unterschiedlichen deutschen Küsten – irgendwann dann nur noch In Nordfriesland. Ohne wirklich zu wissen, was mir zu meinem Glück genau fehlte…, hier würde ich es finden. Im Jahre 2019 fügte sich dann eins nahezu schicksalhaft in das andere, und seitdem lebe ich am für mich schönsten Fleckchen der Welt zusammen mit den nettesten Menschen dieser Republik. Dörte Hansen, die aus Högel stammende Autorin Der Mittagsstunde, nennt es Seelenheimat. Genau das ist es. Hier brauche ich manchmal nur die Wolken am tiefen Himmel, um zur Ruhe zu kommen. 

Spätestens aber der Blick auf Meer oder Watt erdet mich auch in stürmischen Zeiten. Laut einer repräsentativen Umfrage leben hier im echten Norden die glücklichsten Menschen Deutschlands. Dennoch sind natürlich längst nicht alle mit allem zufrieden. Auch hier finden sich Gegebenheiten, die nicht ganz so gelungen scheinen. Viele begegnen manchen Entscheidungen aus der Politik mit Unverständnis. Nur wissen sie nicht, an wen sie sich mit ihrer Kritik wenden sollten. Aus dieser Erkenntnis stammt die Idee zu diesem Blog. Er dient sozusagen als Lokalzeitung der anderen Art. Seine Redakteure sind alle Menschen, die was zu sagen haben. Nur zuhause zu maulen oder am Stammtisch Reden zu schwingen, hat noch nie was gebracht. Alleine unzufrieden zu sein, ändert allerdings auch nix. Dem Journalismus bin ich immer treu geblieben. Er ist Wissensdurst, gepaart mit dem Wunsch, dieses Wissen zielführend einzusetzen. Ich möchte mit euch diesen Durst löschen und das Ziel erreichen. Deshalb dieser Blog. Kommen wir gemeinsam als Nordfriesland ins Gespräch.