Friedrichsdorf im Gespräch

Friedrichsdorf im Gespräch

Gehofft – Gewählt – Geschafft?

Am 6. März sind auch wir Friedrichsdorfer unserer heiligen Bürgerpflicht nachgekommen. Wir haben gezweifelt und geglaubt, panaschiert und kumuliert und schließlich entweder den Wahlzettel mit Kreuzchen versehen in der Urne versenkt oder als kleine Decke für gemütliche Abende mit nach Hause genommen.

Wählen? Reicht nicht!

In meinem ersten Einleitungstext zu diesem Blog schrieb ich über die Ohnmacht, die viele Bürger gegenüber der Politik empfinden. Kümmert doch eh keinen, befürchten sie. Oder sie glauben, nur wer selbst in die Politik geht, könne etwas bewirken. Wenn überhaupt.

BurgholzhausenStimmt das so?

Meiner Erfahrung nach nicht. Das einzige was wirklich stimmt, ist, dass nicht gehört wird, wer nichts sagt.

Und damit wir uns diesen Vorwurf nicht machen können, lade ich euch alle dazu ein, etwas zu sagen.

Etwas, das euch auf dem Herzen liegt, unter den Nägeln brennt, euch den Schlaf raubt – kurz: euch wichtig ist!

Aktiv dabei!

Ich habe mir vor der Wahl die Wahlprogramme der relevanten Parteien angeschaut. Gründlich! Dennoch konnte ich keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Programmen ausmachen. Vielmehr schien mir, dass alle das gleiche Ziel verfolgen. Lediglich der Weg dort hin variierte. Wenn auch bisweilen nur  marginal.

Nun haben wir Bürger drei Möglichkeiten:

1. wir lehnen uns gemütlich zurück, legen die Hände in den Schoß und warten ab.

2. wir loggen uns bei Facebook ein, schließen uns irgendeiner lokalen Gruppe an und maulen in den Kommentarfunktionen anderen unsere Unzufriedenheit an die Backe – natürlich ohne selbst etwas zu ändern

Kapersburgsiedlung

oder

3. wir bilden eine Gemeinschaft, die sich mit den kunterbuntesten Vorschlägen aus den ideenreichsten Köpfen hier in diesem Blog trifft und ein gemeinsames Ziel verfolgt: unseren gewählten Vertretern im Rathaus auf die Finger zu schauen und gegebenenfalls auch zu hauen, indem wir ihnen klarmachen, wozu wir sie gewählt haben.

 

Also! Auf geht’s

Ich schlage einfach mal ein paar Themen vor, die von allgemeinem Interesse sein dürften:

Zwieback am Kreisel

1. Was sollte aus dem Geurs-Gelände werden?

2. Wo könnte die aus den Nähten platzende Bücherei ein zentrales und barrierefreies neues Plätzchen finden?

3. Urban Gardening. Hier schließe ich an die bereits rege geführte Diskussion aus dem letzten Jahr an (siehe Kommentare).  Der Zwieback auf dem Kreisel wäre noch netter anzuschauen, wenn er in eine attraktive Bepflanzung eingebettet wäre

4. Welche Angebote fehlen in der Hugenottenstadt und zwingen so die Bürger für ihre Freizeitgestaltung in andere Gemeinden?

Alt Seulberg

Aber natürlich könnt ihr über alles schreiben, eure Meinung äußern und Vorschläge machen, was euch im Zusammenhang mit unserem schönen Taunusstädtchen am Herzen liegt.

 

 

Dass dabei die übliche Netiquette beachtet wird, versteht sich hoffentlich von selbst 😉

Was möchtet ihr in Friedrichsdorf gerne verändern?

Tante Lilo fährt – immer noch – Auto

Tante Lilo fährt – immer noch – Auto

 

War das im Spiegel? Ja! Muss im Spiegel gewesen sein Ich lese ja nichts anderes mehr. Komm ich gar nicht zu (siehe auch: „Ich bin im Stress“).

Auf jeden Fall hab ich im Spiegel – und der ist seriös, das muss man ernst nehmen – einen Artikel gelesen.

Es ging um alte Leute und Auto fahren. Ein Mann kam zu Wort. Er war höchst beunruhigt über die Fahrweise seines sehr alten Herrn und wollte aus nahe liegenden Gründen schrecklich gerne, dass dieser den Führerschein abgibt.

Musste ich sofort an Tante Lilo denken. Lappen weg, Bus fahren. Sofort!

Vorletztes Jahr wurde ihr der dritte Advent versaut, obwohl es doch so ein netter Abend in dieser Weinschänke in Sachsenhausen war. Leider nur hat sie beim Ausparken den Abstand zu dem hinter ihr stehenden Fahrzeug überschätzt, weshalb es nach kurzem Rangieren ein unangenehmes Geräusch gab. Das kam von dem schwarzen Maserati, der die Zudringlichkeit von Tante Lilos Mercedes übel nahm und diesen Unmut durch das Aufheulen seiner Alarmanlage prompt lauthals kundtat, woraufhin sein Herrchen hinzu eilte und sich mächtig echauffierte. Tante Lilo beendete ihre Schilderung dieses Vorfalls mit den Worten: „Völlig überzogen. Man hat überhaupt nichts gesehen.“ Das sah der Gutachter ihrer Versicherung offenbar anders, denn unser Tantchen ist einige Prozentpunkte nach oben gerutscht.

Nur wenige Wochen später, mittlerweile herrschte tiefster Winter, lagen Landschaft und Straßen unter einer dichten Schneedecke. So auch der Parkplatz des Rathauses von Tante Lilos Heimatgemeinde. Sie brauchte unbedingt gelbe Säcke, und die holte sie schon seit vielen Jahren in regelmäßigen Abständen genau dort. Es war also nachvollziehbar, dass Tante Lilo behauptete, diesen Parkplatz wie ihre Westentasche zu kennen. Trotzdem entdeckte sie – potzblitz – eine neue Parkplatzausfahrt!

Das war ja interessant. Wieso war ihr die noch nie aufgefallen?

Nun denn. Tante Lilo ist Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen und beschloss daher, heute diese Ausfahrt zu probieren. Sie hoffte, dass sie nicht ins Rutschen geraten würde, denn der Weg war ungewöhnlich abschüssig. Plötzlich wurde es derart holprig, dass Tantchen Angst um Ihre Achsen hatte. Da musste etwas unter dem Schnee sein. Sie kam nur schwer vorwärts.

snow-981721_640Irgendwann jedoch hatte sie es geschafft.

Erschöpft schaute sie sich um, entdeckte den Grund der Unebenheiten und erkannte den Weg prompt wieder. Sie war die schöne breite Rathaustreppe hinunter gefahren.

Warum diese normalerweise ausschließlich Fußgängern vorbehalten war, erschloss sich ihr jetzt ganz deutlich.

Im Herbst des Folgejahres kam – im wahrsten Sinne des Wortes – der Knaller. Tante Lilo fuhr zur Beerdigung einer sehr lieben Freundin. Nun hat jeder Verständnis dafür, dass ein solches Geschehnis immer eine seelische Belastung bedeutet. Aber dass man deshalb aus der Parkposition heraus Gas und Bremse verwechselt und mit Kick Down durch einen Vorgarten in eine Hauswand fährt, ist auch unter diesen Umständen eher ungewöhnlich. Die Familie, die hinter der Hauswand gerade beim Frühstück saß, war geschockt. Verständlich, wie ich finde.

An die Möglichkeit, dass just in diesem Moment die Mutter oder eines der Kinder in dem rasant durchquerten Vorgarten ein paar Tomätchen oder Schnittlauch fürs Frühstücksei hätte pflücken können, möchte ich nicht mal denken.

Die Airbags waren draußen, die Überrollbügel hatten sich hochgefahren, das Auto hatte – obwohl Mercedes – vor der Hauswand kapituliert.

Die Versicherung kapitulierte auch. Tante Lilo flog raus.

Aber die alte Dame ist hartnäckig. Es hat zwar gedauert, aber sie hat eine neue Versicherung gefunden. Ich glaube, sie liegt zur Zeit so bei 800 Prozent 😉.

Frühjahr und Sommer bleiben im Vergleich dazu recht ereignislos, sieht man von kleinen Kollisionen auf Supermarkt- und Discounter-Parkplätzen einmal ab. Da muss man dann allerdings einräumen dass Tante Lilo extremes Pech hat.

Und zwar immer nur sie – wovon wir alle profitieren.

Sollte sich einer von Ihnen ängstigen, dass sein Auto von irgend so einem unfallflüchtigen Idioten beim Ausparken kaputt gefahren werden könnte, nur die Ruhe.

Die sind alle schon wieder weg. Die kommen nämlich nur auf die entsprechenden Parkplätze, wenn sie Tante Lilos Auto dort stehen sehen.

Dann aber geht’s rund!parking-825371__180

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgend so ein Rowdy sie in ihrer Abwesenheit vorne, hinten oder seitwärts touchiert. Und zwar mit Karacho. Woher sonst kommen all diese Beulen, die sie am Auto hat? Lässt sich doch gar nicht anders erklären.

Gestern am Telefon konnte sie wieder eine nette Anekdote zum besten geben. Natürlich war sie  nicht selber Schuld. Was zu beweisen war. Sie war bei dem Unfall auf dem Aldi-Parkplatz nämlich höchstselbst anwesend, hat sogar im Auto gesessen.

Sie stand so ein bisschen in einer Einfahrt – nicht viel, natürlich nicht – als so ein riesiger Liefer-LKW rückwärts da rein wollte. Der war aber so groß, dass er das nicht so richtig schaffte. Nach mehrmaligem Rangieren – „der arme Kerl hat mir richtig Leid getan“ – rammte er Tante Lilos Auto.

Ich hatte gestern am Telefon leider keine Zeit für eine lange Erklärung. Daher habe ich sie nicht gefragt, warum sie nicht einfach weg gefahren ist, um dem “armen Kerl” Platz zu machen.

Ach ja, der Spiegel-Autor übrigens, dessen Vater u.a. mit 60 km/h durch die Tempo30-Zonen brettert, konnte seinen Vater noch nicht zum freiwilligen Abgeben der Fahrerlaubnis bewegen. Warum auch? So ein Quatsch. Er ist schließlich ein erfahrener Autofahrer.  Wie der Sohn sich fühlt – ich weiß es genau.

Und ich fürchte – Fortsetzung folgt 😖

 

Ich bin im Stress! Sie etwa nicht?

Ich bin im Stress! Sie etwa nicht?

 

Sie sind im Stress?! Gottchen, was kann ich Sie verstehen. Ich nämlich auch.

Wie wieso? Was soll die Frage? Bitte nicht jetzt. Ich muss diesen Text hier schreiben. Und zwar diese Woche noch. Und heute ist schon Dienstag! Gestern konnte ich nicht. Da war ich im Supermarkt. Gleich in der Früh. Weiß ich, ob die später noch haben was ich will? Ich also als erste um zehn vor acht vor der verschlossenen Tür. Read more